In der Weihnachtsbäckerei....


WEISSENFELS/MZ. Jade Rezak ist mit ihren drei Jahren die jüngste Bäckerin in der Jugend- und Freizeiteinrichtung "Das Boot" in Weißenfels. Sie und weitere Jungen und Mädchen beanspruchen an diesem Mittwoch die gesamte Aufmerksamkeit von Hartmut Heine. Der gelernte Bäcker und Konditor und jetzige Mitarbeiter der Kösa genießt es, im Mittelpunkt zu stehen. Darauf hat er sich im Vorfeld vorbereitet. Einen großen Klumpen Lebkuchenteig hält er in den Händen. Immer wieder knetet er die hellbraune Masse kräftig durch. Er merke es am Griff, wann der Teig die richtige Konsistenz habe, sagt er. Neben Mehl, Butter, Salz, Zimt und Kardamom hat der Mann eine ordentliche Portion Honig hinein getan. "Eigentlich nimmt man Kunsthonig. Aber für diese Kinder hier will ich nur die besten Zutaten verwenden", erzählt er. Es hat sich gelohnt.


Mit Nudelholz und Sieb sind die Bäcker vorbereitet. (FOTO: MZ)

Verführerisch zieht der aromatische Duft durch die Küche der Einrichtung. Endlich ist es soweit. Hartmut Heine überlässt den gespannt wartenden Kindern den Teig. Sie nehmen sich das braune Nudelholz und lassen es immer wieder darüberrollen. Anne Mettin gehört zu den Bäckern, die abwechselnd die Plätzchen ausstechen dürfen. "Es macht Spaß und außerdem dürfen wir nachher die Lebkuchen vernaschen", erklärt die Elfjährige ihr Kommen. Justin Porzig sieht das genau so. "Ich bin gern in der Freizeiteinrichtung", sagt der Zehnjährige. Langsam füllen sich die mit Backpapier ausgelegten Bleche. Tatkräftig unterstützt Monika Peter die kleinen Künstler. Sie freut sich darüber. "Wir backen und basteln hier sehr gerne", sagt sie schmunzelnd. Leiter Thomas Ganz schaut zufrieden zu.

Nachdem die Lebkuchen im Ofen knusprig geworden sind, dürfen die Kinder sie ganz kreativ mit Zuckerguss und anderen Leckereien verzieren.
Thomas Ganz blickt nun auf den 21. Dezember. An diesem Tag wird um 15 Uhr die Weihnachtsfeier in der Einrichtung stattfinden. "Wer noch Süßigkeitenbeutel oder Spielzeug übrig hat, kann diese Sachen gern bei uns vorbeibringen", sagt er. Dann können sich Kinder über das Weihnachtsfest freuen, deren Elternhaus finanziell nicht so gut dasteht.
Jugendfreizeiteinrichtung "Das Boot", Fröbelstraße 14, in Weißenfels. Telefon 03443 / 32 73 36.


Quelle MZ

Ohne Förderung liegt «Jugendwerkstatt» auf Eis


WEISSENFELS/MZ. Der Begleitausschuss für die Umsetzung des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" im Burgenlandkreis hat eine Förderung des Projekts "Jugendwerkstatt" in Weißenfels abgelehnt. Das hat Lutz Hilbig, Mitarbeiter beim Jugendamt des Landkreises, bestätigt. Begründet wird die Entscheidung mit einer geringen Akzeptanz des Projekts unter den Trägern der Jugendarbeit.


"Das Boot" gehört zu den Jugendfreizeittreffs in Weißenfels. Im Sportraum spielen Julia Valdeig und Pascal Schuhmacher Tischtennis. (FOTO: MICHAEL THOMÉ)

Initiatoren des Vorhabens waren die Stadt Weißenfels und das Berufsförderungszentrum des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD). Entstehen soll nach deren Vorstellungen eine gemeinsame Plattform der Kinder- und Jugendarbeit unter Einbeziehung möglichst vieler Vereine, Verbände und Einrichtungen. Eine Auftaktveranstaltung im Juli hatte jedoch nur geringe Resonanz gefunden. Das war laut Hilbig für den Begleitausschuss ein wichtiges Indiz dafür, dass der Idee die nötige Akzeptanz fehlt. Barbara Braun, Ausbildungsleiterin beim CJD, bedauerte, dass eine Förderung abgelehnt wurde.

Immerhin hätte das Projekt die Chance geboten, die Jugendarbeit in Weißenfels einschließlich der Ortschaften besser zu vernetzen. Nach den Vorstellungen des CJD sollten nach dem Auftakt im Juli in einer zweiten Projektphase möglichst alle Akteure einbezogen werden, die etwas mit Jugendarbeit in Weißenfels zu tun haben. Dazu gehören neben den Freizeiteinrichtungen die selbst verwalteten Jugendclubs in den Ortschaften, Schulen und Vereine mit besonders aktiver Nachwuchsarbeit wie Rot-Weiß Weißenfels, der Schachclub Roland oder der Ruderverein. Nach Ansicht des CJD soll die Jugendarbeit in Weißenfels auch besser vernetzt werden, um rechtsextremen Einflüssen den Boden zu entziehen. Im Ergebnis der Werkstatt sollte ein Konzept für die Jugendarbeit entstehen, das im Stadtrat vorgestellt wird.

Obwohl das Projekt "Jugendwerkstatt" nun praktisch auf Eis liegt, sieht Maik Trauer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt, durchaus Gesprächsbedarf zur künftigen Jugendarbeit in Weißenfels. "Wir müssen Wege finden, uns dem Thema zu nähern", sagte er. Dass eine Förderung des Projekts "Jugendwerkstatt" abgelehnt wurde, hat Thomas Ganz, Leiter der Jugendeinrichtung "Das Boot" in Weißenfels, indes nicht wirklich überrascht. "Die Vernetzung ist doch schon da", meinte er. Hinsichtlich der Angebote, zum Beispiel in den Ferien, stimmten sich die Jugendeinrichtungen bereits jetzt ab, versicherte er. Alles in allem sei die Arbeit mit Jugendlichen in der Stadt durchaus am Bedarf orientiert, schätzte Ganz ein. Gesprächsbedarf sieht er allerdings in den Ortschaften. Dort brauche es in dem einen oder anderen selbst verwalteten Jugendclub klarere Strukturen. Ein Beispiel dafür sei der mittlerweile geschlossene Jugendclub in Langendorf.
Auf wenig Verständnis stieß bei Ganz die jüngste Debatte im Sozialausschuss der Stadt. Dort war eine Befragung unter Jugendlichen auf der Straße angeregt worden. Einbezogen werden sollten laut Stadträtin Ilonka Struve (CDU-Fraktion) auch diejenigen, "die jeden Tag an der Weißenfelser Promenade am Busbahnhof rumhängen". Ganz verwies darauf, dass es sich dort weniger um Jugendliche handelt. Zur Befragung meinte er: "Wer soll das machen und was soll dabei herauskommen?"





Quelle MZ

Durch Spendenflut ist nun ein Boxenstopp möglich

Viele Bürger unterstützen die Fahrradwerkstatt in der Freizeiteinrichtung “Das Boot“ in Weißenfels mit Werkzeug


Weißenfels/MZ Es hat sich einiges geändert in der neu eingerichteten Fahrradwerkstatt der Jugend und Freizeiteinrichtung „Das Boot“ in Weißenfels. Dort wo vor wenigen Tagen noch gähnende Leere herrschte, stehen nun Werkzeugkisten und Taschen.


Prall gefüllt sind sie mit Schraubenziehern, Knochen, Hämmern und Maulschlüsseln. Eine weitere Kiste ist gefüllt mit Lampen, Luftpumpen, Lenkern, Reflektoren und Sätteln. Auf dem Regal liegen ordentlich aneinandergereiht Fahrradschläuche. Draußen vor der Werkstatt stehen nicht mehr nur zwei, sondern mittlerweile acht Fahrräder. Dieses Bild ist das Ergebnis eines MZ- Artikels, in dem über den Mangel an Material und Werkzeug berichtet wurde. Davon kann nun keine Rede mehr sein.

Mittendrin steht Ronny Kujack und lächelt. Er arbeitet dort seit Anfang August und scheint es noch nicht richtig glauben zu können, was die Bürger aus Weißenfels und Umgebung alles zu ihm gebracht haben. „Das ist der Wahnsinn, krass“, sagt der 26 jährige. „Jetzt macht das Arbeiten richtig Spaß“, fügt der junge Mann hinzu und sagt immer wieder, wie dankbar er den Menschen ist, die ihn mit den Spenden unterstützt haben. „Das war richtig klasse!“ Was er jetzt noch bräuchte, wäre ein sogenannter Speichenspanner und Kreuzschraubenzieher, äußert er bescheiden.

Das wird hier noch alles richtig einsortiert und die Werkstatt richtig schön“, blickt er voraus. „Wir haben hier jetzt Boxenstopps“, scherzt Leiter Thomas Ganz. Er erzählt wie die Kinder mit ihren Rädern an der Werkstatt halten, Kleinigkeiten reparieren lassen und fröhlich weiterfahren.

Sogar die lang ersehnte Tour mit den Drahteseln rückt nun in greifbare Nähe. Wahrscheinlich wird es in Richtung Zorbau/Granschütz gehen“, vermutet Thomas Ganz, der anfangs mit den Kindern nicht unbedingt im Weißenfelser Stadtverkehr unterwegs sein will. „Wir könnten hier schon fast einen Radverleih aufmachen“, sagt Ganz mit Blick auf die acht Räder. Er entscheidet spontan, dass dies möglich ist. Kostenlos, versteht sich. „Wer kein eigenes Rad hat, kann hier vorbei kommen“, so Ganz.

Er hatte ebenfalls nicht mit dieser Resonanz gerechnet. „Mich hat es vor allem gefreut, wie positiv sich die Menschen über die Werkstatt geäußert haben, wie toll sie das finden“, so Ganz weiter. Wenn Ronny Kujack nichts zu tun hat, spannt er einen Fahrradrahmen in den ebenfalls gesponserten Radspanner.

„Ich will ein Rad von Grund auf aufbauen“, erzählt er. Es solle das „Boot-Fahrrad“ werden. Es wird einen Schriftzug erhalten, damit es für alle deutlich erkennbar ist, was in der Einrichtung mit Hilfe der Bürger so schnell auf die Beine gestellt werden konnte.


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Gesucht:Werkzeug für die Werkstatt


WEISSENFELS/MZ. Eine Mischung aus Benzin und Öl - dieser Geruch schleicht sich seit kurzem sofort in die Nase des Besuchers der Jugend- und Freizeiteinrichtung "Das Boot" in Weißenfels. In dem leuchtend orange gestrichenen Flachbau gibt es seit Anfang August eine Fahrradwerkstatt.


Jeden Tag von 10 bis 16 Uhr ist dort Ronny Kujack anzutreffen. Er ist sozusagen die "gute Seele" dieses Raumes. Seit Eröffnung hat er im Rahmen einer Ein-Euro-Job-Maßnahme eine praktisch auf ihn zugeschnittene berufliche Zukunftsperspektive bekommen. Denn die Leidenschaft des 26-Jährigen sind Drahtesel. "Mein Vater hat mir als Kind alles dazu beigebracht, was man wissen muss", erinnert sich der junge Weißenfelser und erzählt davon, wie er Schläuche reparierte, Bremsen einstellte und so mit dem richtigen Umgang an den Zweirädern von der Pike auf vertraut gemacht wurde. Diesen Wissensschatz kann Ronny Kujack nun nicht nur anwenden. Er gibt ihn auch gerne weiter. Der Bedarf ist da. Bislang sind knapp zehn Kinder und Jugendliche bei ihm vorbeigekommen.

Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille. Der junge Mann mit der blauen Arbeitshose und der schwarzen Gürteltasche wartet mit dem sprichwörtlich lachenden und weinenden Auge auf seine "Kunden". Denn in dem noch ganz neu "geborenen Baby" fehlt es an allen Ecken und Enden. Der Leiter der Einrichtung Thomas Ganz nickt und zählt auf: "Inbusschlüssel für Sechskantschrauben, Fahrradpumpen, Kettenspanner, Baudenzüge, Bremsbacken, Ventile." Damit nicht genug, schließt Ronny Kujack sich an: "Ölflaschen, Speichenspanner, Kettenglieder, Reifen. . ." Ronny Kujack wünscht sich, einfach zugreifen zu können und sofort das passende Werkzeug und Material parat zu haben.

"Ich bin mir sicher, dass es in vielen Garagen und Kellern von Weißenfels solche Werkzeuge gibt, die nicht mehr benutzt werden", sagt Thomas Ganz. Im Bedarfsfall würde er die Geräte auch bei den Leuten abholen.

Ronny Kujack schaut auf seine Werkbank. Akribisch aufgereiht sind dort immerhin schon einige Eisensägen, Knochen, Hammer und einzelne weitere Werkzeuge. Es herrscht Ordnung an seinem Arbeitsplatz. Denn Ronny Kujack weiß zu schätzen, was er erst einmal an Geräten hat. Besonders stolz ist er auf einen sogenannten Radspanner. Das Gerät ermöglicht ihm, die Drahtesel so zu fixieren, dass er sich nicht bücken oder die Räder auf den Kopf stellen muss. "Es war ein älterer Schlossermeister, der uns den Spanner gebracht hat", erzählt Thomas Ganz und berichtet, dass erst vor wenigen Tagen außerdem ein älteres Paar zwei noch sehr gut erhaltene Fahrräder vorbeigebracht hat. Diese kleinen Gesten sind es, die die Mitarbeiter der Einrichtung anspornen. Aber es sind auch Momente, wie dieser, als Peter Dilschmann vorbeischaut. Leise erzählt der 14-Jährige, dass sein Rad einen Platten hat und die Kette gerissen ist. "Bring es einfach mal vorbei", spricht ihn Ronny Kujack mit ruhiger Stimme an. Ein Lächeln umspielt den Mund von Peter Dilschmann, als er die Werkstatt wieder verlässt. Für Kinder und Jugendliche wie ihn ist die Werkstatt eingerichtet.

Manche von ihnen besitzen aber nicht einmal ein Rad. "Wer ein altes Gefährt hat und nicht mehr braucht, kann es gern herbringen. Wir richten es für unsere Kinder wieder her", bekräftigt Ronny Kujack. "Wenn wir genügend Räder haben, könnten wir auch gemeinsame Touren in der Region unternehmen", so Thomas Ganz. Die Einrichtung wäre dann um ein weiteres Angebot reicher, erklärt er.

Mittlerweile haben sich mehrere Kinder um Ronny Kujack geschart. Deutlich ist erkennbar: Er genießt es nicht, im Mittelpunkt zu stehen, sondern er genießt es, den Jungen und Mädchen zu erklären. Vielleicht kann er ihnen ja bald mit einer Vielzahl von Werkzeugen beibringen, wie deren Räder repariert werden. Nicht zuletzt wird es ein Erbe sein, welches er von seinem Vater erhielt und dann weitergeben wird.


Quelle MZ

Volles Programm


WEISSENFELS/MZ. Christoph Meyer besprüht ein weißes Blatt Papier. Dann trägt der Weißenfelser eine weitere Farbschicht auf. Etwas verwundert schauen die Knirpse, als der junge Mann eine Zeitungsseite zerknüllt, diese wieder auseinander faltet und das zerknitterte Papier ganz vorsichtig auf das farbige Blatt legt.


Sie werden gleich erfahren, was für ein schöner Druck entstanden ist. Christoph Meyer und die 19-jährige Luise Heinrich genießen an diesem Montag die volle Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen in der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung "Das Boot" in der Weißenfelser Fröbelstraße. Die beiden jungen Menschen sind im Rahmen einer Jugendaktionswoche in der Saalestadt aktiv. In den kommenden Tagen werden sie und weitere 20 Mitglieder der Adventgemeinde, größtenteils aus Berlin und Mitteldeutschland, sich mit Kindern und Senioren beschäftigen. An diesem Tag stehen aber kleine Einwohner von Weißenfels im Mittelpunkt. Christoph Meyer und Luise Heinrich zeigen, wie Graffiti angewendet werden kann. "Ich habe es mir von anderen abgeguckt", erzählt Christoph Meyer, woher er diese Technik kennt. Damit nicht genug. Die Schablone einer Palme holt er hervor. Jasmin Beyer darf sie auf ihr Papier legen und sie mit Graffiti besprühen. Das Mädchen freut sich über das Ergebnis. "Vielleicht hänge ich das Bild in meinem Zimmer auf", sagt die Zehnjährige.

Der Spaß ist auf beiden Seiten groß. "Es ist schön hier", sagt Luise Heinrich. Sie kommt aus Pirna und ist bei dieser Jugendaktionswoche zum vierten Mal dabei. Es sei interessant, Menschen kennenzulernen und zu erleben, wie sie sich entfalten, so die 19-Jährige.

Auf mehrere Schwerpunkte konzentriert sich die Adventjugend. Es sind Kreativität, Sportlichkeit und soziales Miteinander. Im Seniorenheim an der Marienstraße reden die 16- bis 22-Jährigen mit den Bewohnern, basteln und musizieren mit ihnen. Der Organisator des Projektes René Cornelius weiß von der Bedeutung für die Senioren. "Gerade älteren Menschen tut diese Art der Abwechslung gut. Vor allem, wenn sie durch die jungen Menschen geschieht", sagt er. "Das ganze ist ein Experiment", fügt er hinzu. Cornelius meint damit die Spontaneität innerhalb des Projektes. Denn so wird am Nachmittag beispielsweise miteinander gespielt. Die Stunden vergehen bei Fuß- und Volleyball wie im Fluge. In Einrichtungen wie dem Kids Cafè gibt es Gitarrenworkshops und die Kinder lernen auf Trommeln rhythmisches Musizieren. In den kommenden Tagen sollen außerdem verschiedene Drehbücher erstellt werden und diese später abgedreht werden. Es sollen Streiflichter werden, die das Leben oder einzelne Situationen der Kinder beleuchten.

Thomas Ganz, Leiter der Einrichtung "Das Boot", ist vom Engagement der jungen Menschen begeistert. "Ich bin froh, dass sie hier sind. Vor allem jetzt in der Ferienzeit. Wir wollen diese Verbindung auf keinen Fall abreißen lassen", kündigt er an, bevor er sich wieder den Kindern zuwendet.

Das Boot", Fröbelstraße 14, Weißenfels, Telefon 03443 / 32 73 36, geöffnet montags bis freitags 10 bis 18 Uhr.


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„Das Boot“ nimmt wieder Fahrt auf

Verein erhält Spenden nach Einbruch.



Weißenfels/MZ/KR- Im Weißenfelser Freizeitverein „Das Boot“ freut man sich über zahlreiche Spenden nach dem Einbruch. Für den Sommer ist schon das nächste Projekt der Kinder geplant. „Wir sind für die Unterstützung unendlich dankbar.“ Sagt Jugendsozialarbeiter Thomas Ganz vom Verein „Das Boot“ in Weißenfels. Damit meint er die Reaktionen der Weißenfelser auf den Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 15. Februar, in dem vom Einbruch in die Freizeit- einrichtung in der Fröbelstrasse berichtet wurde.

Fahrradwerstatt kommt



Dort bot sich ein Bild der Verwüstung, das aber heute dank der tatkräftigen Unterstützung engagierter Bürger behoben werden konnte. Der gestohlene Fernseher wurde mittlerweile auch durch einen neuen ersetzt. Überrascht sei Ganz von dem riesigen Zuspruch aus der Bevölkerung. So kann durch die zahlreichen Werkzeugspenden nun bald die Fahrradwerkstatt eingerichtet werden, nach der die Kinder schon ungeduldig fragen. Auch mit einer Werkbank soll die Garage ausgestattet werden, sowie mit Fahrradständern, die ein anonymer Spender versprochen hat. Die Werkstatt sollen dann die Kinder in Eigenregie führen. Dazu haben Ganz und seine Mitarbeiterinnen Steffi Vogel, Jana Sachse und Michaela Keller schon zwei alte Fahrräder besorgt, die in einem Projekt für Kinder „fast neu gemacht“ werden sollen. Wenn die mindestens 20 Kinder, die die Freizeiteinrichtung täglich besuchen in ihrer Selbstständigkeit gefördert werden sollen, legen die Betreuer doch auch Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit deren Eltern. „Die Eltern werden eingebunden. Das ist wichtig betont Ganz“ Träger der Einrichtung, die vom Jugendamt des Burgenlandkreises und der Stadt Weißenfels finanziell unterstützt wird, ist der Verein Interessengemeinschaft Bildung Leuna- Merseburg. Jener hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche auf das Arbeitsleben vorzubereiten.

Holzboot auf Rollen



Für das nächste Projekt stehen die Weißenfelser schon in den Startlöchern. In Zusammenarbeit mit der KÖSA soll ein knapp drei Meter großes Holzboot auf Rollen gebaut werden, das der Verein und vor allem die Kinder beim diesjährigen Schloßfestumzug vorstellen wollen. Als nächstes steht aber erst einmal die Osterfeier der Freizeiteinrichtung an. „Die wird aber eine Überraschung“, so Ganz.


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5 000 Euro für Naturlehrpfad

Neues Zuhause für Insekten und Fledermäuse


Hochkonzentriert arbeiten die Kinder unter der Anleitung Erwachsener an den neuen Zuhause für Insekten und Fledermäuse. (FOTO: PETER LISKER)

LÖSAU/MZ. Eigentlich sollten am Mittwoch in der Firma Wächter in Lösau die Kinder im Mittelpunkt stehen. Diese Rollen wurden aber kurz getauscht, als die Dehlitzer Bürgermeisterin Christine Krößmann (Die Linke) die Bombe platzen ließ. "Ich könnte 5000 Euro für ein Waldprojekt bekommen", sagte sie zu den Mitgliedern des Kreisangelverbandes Weißenfels. Sie hatten den Tag organisiert. Ralf Tauhardt war einer von ihnen und kurz sprachlos. Schnell dachte er nach, während Krößmann ihm die Bedingungen sagte. Es müsste sich um ein Projekt mit Kindern handeln und ein Planungsbüro mitmachen.

Da war sie bei Tauhardt an der richtigen Adresse. Er ist Geschäftsführer eines Weißenfelser Planungsbüros. In der Vergangenheit hatten die Mitarbeiter ehrenamtlich Projekte mit unterstützt. "Das machen wir. Wir sind immer froh über Ideen, wie wir mit Kindern arbeiten können", sagte er erfreut. Die Ideen für ein Konzept sprudelten förmlich aus Krößmann und Tauhardt heraus. Denn so ein Papier ist nötig, um die Fördersumme zu beantragen.

Ein Naturlehrpfad soll am Radweg an der Saale entlang von Dehlitz bis nach Großkorbetha entstehen. Vorher wollen sich die Initiatoren, die Mitglieder des Kreisangelverbandes, gemeinsam mit den Kindern mit den Baum- und Pflanzenarten und der heimischen Tierwelt beschäftigen. Später sollen Bäume gepflanzt werden. Darüber hinaus haben die späteren Projektleiter vor, Schilder zu bauen. Auf diesen sollen die Tiere und Fische, die in der Saale leben, die angesiedelte Flora und Fauna beschrieben werden. Als nächstes soll es unter anderem Gespräche zwischen Bürgermeisterin, Naturschutzbund und dem Kreisangelverband geben, damit das Konzept möglichst zügig erstellt wird. Denn die Einreichfrist endet Ende März. Christine Krössmann sucht derweil nach weiteren Sponsoren und Helfern, damit das Projekt zu einem richtigen Erfolg wird.

Läuft allen nach Plan, dann kann das kommende Jahr gebührend gefeiert werden. Denn 2012 jährt es sich zum zehnten Mal, dass die Angler sich mit den Kindern und der heimischen Natur beschäftigen. So verhielt es sich auch am Mittwoch. Knapp 30 Jungen und Mädchen hämmerten und schraubten in den Werkhallen in Lösau um die Wette. Sie waren von den Freizeiteinrichtungen "Das Boot" in Weißenfels, Wasserturm Hohenmölsen und vom Hort aus Gröben nach Lösau gekommen. Nach und nach entstanden 20 Fledermauskästen. In diesen finden die Nachtflieger Ruhe und Schutz. Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde werden sie bekommen und aufstellen. Des Weiteren wurden zwei Insektenhotels gebaut. Je ein Modell erhalten "Das Boot" und der "Wasserturm". Die Kinder waren mit Eifer dabei. "Ich finde es toll, dass ich hier mit dem Hammer mal so richtig Krach machen kann", sagte Peter Dilschmann. Der 14-Jährige erzählte außerdem, wie viel Spaß ihm die Arbeit mit dem Holz macht.

Eine Überraschung gab es noch für die Kinder. Sie durften sich hübsche Werkzeugkästen zimmern. Einen davon trug Alex Rill nach Hause. "Ich schenke sie meinem Papa", kündigte der zwölfjährige Weißenfelser an. Ralf Tauhardt beobachtete erfreut, wie die Kinder werkelten. "Sie sind immer mit so viel Eifer dabei, dass sie meistens sogar schneller fertig sind, als eingeplant", sagte er. Dabei dürfe auch nicht vergessen werden, dass viele von ihnen das erste Mal ein Werkzeug in der Hand halten. Außerdem sei es schön, dass sie auf diese Art und Weise an das Handwerk und auch an die Natur herangeführt werden.

Dieses Projekt wird übrigens ebenfalls unterstützt. Die Kosten für Material und weitere Aufwendungen in Höhe von 1 270 Euro wird die Stiftung Umwelt-, Natur- und Klimaschutz übernehmen.


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Wie ein Schlag in die Magengrube

Einbruch in Begegnungsstätte «Das Boot»


Die Begegnungsstätte «Das Boot» befindet sich in der Fröbelstraße in Weißenfels. Täglich wird sie etwa von 25 Gästen besucht. (FOTO: PETER LISKER)

WEISSENFELS/MZ. Für Thomas Ganz war es wie ein Schlag in die Magengrube: Im Weißenfelser Freizeit- und Jugendtreff "Das Boot" wurde wurde vor ein paar Tagen eingebrochen. Ganz, Betreuer der Begegnungsstätte, erinnert sich: Das Telefon klingelte. Eine Mitarbeiterin erzählte, dass die Eingangstür aufgehebelt sei. Thomas Ganz machte sich sofort auf den Weg zum orangefarbenen Gebäude in der Fröbelstraße nahe dem Plattenbaugebiet Kugelberg.

Als er den Flur betrat, sah er die Verwüstung: Alle Türen waren aufgehebelt und beschädigt. "Die waren alle verschlossen, aber das hatte die Täter nicht abgeschreckt", sagt der Betreuer. Es kommt noch schlimmer: Der Flachbildschirm, drei Monate alt, war von der Wand gerissen und gestohlen worden. Ebenfalls verschwunden war ein DVD-Recorder. Mit ihm hatten Tanzgruppen DVDs abgespielt und Choreografien einstudiert. Weg sind auch das Diensttelefon und ein Musikrecorder. Den hatten die Jugendlichen erst Weihnachten als Geschenk von der Volkssolidarität erhalten. "Er war tragbar, das fanden unsere Kids einfach toll. Nun sind sie schwer enttäuscht", weiß Thomas Ganz.

Die Türen sind wieder repariert. Dennoch: "Es ist ein eigenartiges Gefühl. Wir wissen, hier war jemand drin", sagt Ganz. Traurig ist er darüber, dass es Menschen gibt, die Eigentum und Engagement anderer mit Einbrüchen wie diesen mit den Füßen treten. "Wir haben hier einen unheimlich großen Zulauf. Wir platzen fast aus den Nähten und würden eigentlich noch zusätzliche Räume brauchen", macht Ganz klar. Daher ist es umso tragischer, dass die technischen Geräte jetzt fehlen. "Für manche ist das vielleicht nicht nachvollziehbar, aber für uns ist das ein riesiger Schaden", erklärt der Betreuer. Die Ermittlungen der Polizei dauern derweil an.

Und für Ganz steht fest: In die Knie werde ihn dieser Rückschlag nicht zwingen. Zu sehr hänge sein Herz an der Begegnungsstätte. Deshalb hat er auch neue Pläne. Viele Kinder kommen mit dem Rad. Für sie will er die nebenan stehenden Garagen zu einer Fahrradwerkstatt umbauen. "Da können sie lernen, wie man mit Werkzeug umgeht, Ketten wechselt und das Licht repariert." Allerdings fehlen sowohl Geld als auch Material. Thomas Ganz hat aber eine Idee. Vielleicht gibt es Bürger in der Region, die nicht mehr benötigtes Werkzeug wie Zangen, Schraubendreher oder auch Reparaturmaterial wie Flickzeug oder Reifen haben. Die Einrichtung wäre für Spenden dankbar. Und vielleicht gibt es ja auch den einen oder anderen Menschen, der Zeit in die Jugend investieren will. "Sie sind gern gesehen, in der Werkstatt den Kindern ein wenig zur Hand zu gehen", so Ganz.

Das "Boot" gibt es seit etwa zwei Jahren. Es hat sich zur Begegnungsstätte für Menschen verschiedener Altersgruppen entwickelt. Täglich, so Ganz, kommen etwa 25 Besucher. Es gibt für sie verschiedene Angebote. Dazu zählen Spielstunden, Sport, Tanzen. Fuß- und Volleyball wird in Sporthallen gespielt.


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