2007
Dauerfeuer auf den Boxsack
Pilotprojekt in der Pestalozzischule - Sozialarbeiter helfen beim Aggressionsabbau
Weißenfels/MZ. Knallrot leuchtet der neue Boxsack in der Pestalozzischule. Blaue Matten liegen auf dem Fußboden. Die alten Heizungsrohre sind hinter Verkleidungen verschwunden. Nein, den ehemaligen Werkraum im Keller der Schule erkennt man nicht wieder. Ein ungewöhnlicher Ort für junge Menschen, an dem sie unter fachlicher Anleitung Aggressionen abbauen können.
Thomas Schulze, Christian Kretschmann und Sebastian
Reinhardt (von links) finden es toll, dass ihre Schule jetzt
einen Antiaggressionsraum hat. Die Jungen legten
am Boxsack gleich mal richtig los.
(MZ-Foto: Maik Schumann/ Peter Lisker)
Das Pilotprojekt sucht im Süden von Sachsen-Anhalt seinesgleichen. Es führt Eltern und Schulförderverein zusammen mit Lehrern und Sozialpädagogen der Mobilen Jugendsozialarbeit (IBLM). "Ich bin seit 17 Jahren hauptberuflich in diesem Metier. Doch das ist das erste Mal, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen", sagt Frank Petzold.
Der Trainer hat sich dem Antiaggressionstraining verschrieben. Heranwachsende sollen ihre Probleme mit Worten lösen, auf mögliche Provokationen mit Vernunft reagieren. "Schon Kinder leiden unter vielfältigen Belastungen, ob Schulstress, Unter- oder Überforderung, Problemen im Elternhaus. Diese Kinder aus der Masse herauszulösen, damit sie sich körperlich abreagieren können, ist unser Anliegen", fährt Petzold fort. Er habe zum Beispiel einen Schüler kennen gelernt, der plötzlich in sich gekehrt war, zum Opfer von Schlägen wurde. "Im Gespräch erfuhr ich, dass sein Vater einen Herzinfarkt erlitten hatte. Um dem Elternhaus jede Aufregung zu ersparen, erzählte der Junge nichts", berichtet Petzold. Nach Gesprächen fand der Junge sein seelisches Gleichgewicht wieder. Mit heutigen Mitteln könnten sich seine Peiniger am Boxsack abreagieren.
Lehrer und pädagogische Mitarbeiter wie Susann Rösinger bildeten sich zu diesem Thema weiter. Sie wissen, dass ein Dauerfeuer auf den Boxsack Aggressionen abbauen kann. Purzelbäume, Balancieren und andere Übungen sind Bewegungstherapie und stärken die Motorik. "Ich muss unbedingt für das Engagement der Pestalozzischule eine Lanze brechen", so Petzold. Von der Aktion Mensch flossen 5 000 Euro in dieses Vorhaben. Umbau und Sanierung übernahmen Schüler, Trainer und Förderverein.
7.Volleyball Mix-Turnier
Zum 7. Mal organisierte das Team der mobilen Jugendsozialarbeit ein Volleyball- Mix- Turnier, diesmal in der „Glück auf“ Sporthalle,in Hohenmölsen. Sieben Mannschaften mit insgesamt 42 Teilnehmern aus dem Jugend-und Freizeitsport des neuen Burgenlandkreises stellten sich dem fairen Wettkampf im Turnier. Erfreulich war es für uns als Veranstalter, erstmals Mannschaften aus Zeitz und Naumburg beim Turnier begrüßen zu können.
Es wurde in zwei Gruppen gespielt.
Die Mannschaft aus dem Jugendtreff Fischgasse Naumburg belegte den 7.Platz. Nach der Vorrunde spielten dann:
um den 5. Platz Adrenalin Teuchern- Warrios Teuchern 0:2
um den 3. Platz JFK Weißenfels- SG Segeln Zeitz e.V. 0:2
um den 1. Platz Ollis Weißenfels- Grün- Weiß Langendorf 0:2
In der Endrunde wurden alle Spiele nach zwei Sätzen entschieden. Der Kampf im Finale wurde von beiden Seiten gut geführt. Letztendlich wurden aber beide Sätze von den Jugendlichen aus Langendorf gewonnen.
Alle Mannschaften erhielten eine Urkunde. Die ersten drei Mannschaften wurden mit einem Pokal ausgezeichnet.
Trotz Hitze fair gespielt
Punkte für Mini-EM geholt
Schkotleben/MZ. Acht Freizeit- Fussball-
mannschaften aus der Stadt
und dem Landkreis Weissenfels trafen
sich am letzten Wochenende zur Vor-
runde der Mini- Europameisterschaft
im nächsten Jahr auf dem Sportplatz in
Schkortleben. Die Teams aus Aserbaid-
schan (Burgwerben), Lichtenstein (Reich-
ardtswerben), Luxenburg(Langendorf),
Deutschland (IBLM), der Türkei(Hohen-
mölsen), Frankreich (Teuchern), Spanien
(Teucherner Land), und Schkortleben
standen sich gegenüber. “Es wurde bei
extremer Hitze gespielt. Trotzdem zeich
nete sich das Turnier durch eine hohe
Fairness aus”, lobten die Sozialarbeiter
Thomas Ganz und Grit Deibicht vom Team
Mobile Jugendsozialarbeit die Jugendlichen.
Die Teams holten wahrlich das
letzte aus sich heraus. Deutschland und
Frankreich mussten am Ende noch ins
Elfmeterschiessen. Die Mannschaften
sammelten wichtige Punkte für das Errei
chen der Endrunde. Zunächst müssen sie
sich aber noch in der Rückrunde im
November/ Dezember für die Mini-EM
quallifizieren.
Schüler testen Balance auf Rollrädern
Aktionstag rund um die Gesundheit auf Weißenfelser Markt
Weißenfels/MZ. "Wie geht das Blaulicht an", will Justine Kögel im Rettungswagen des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von Mike Müller wissen. Die Siebenjährige aus der Weißenfelser Herder-Grundschule ist nicht die einzige, die den Rettungssanitäter mit vielen Fragen löchert.
Andrang herrscht auch an der Strecke der Freiwilligen Feuerwehr Weißenfels. Stadtwehrleiter Roland Müller und Torsten Jüttner simulieren den Brand eines Papierkorbes. Florian Zeller und Philipp Heidner treten aufgeregt von einem Bein auf das andere. Dann endlich dürfen die Achtjährigen nacheinander selbst einmal Feuerwehrmann sein. Mit Helm und Schutzbekleidung zielen die Steppkes den Wasserstrahl auf die Flammen. "Wir sind heute als Herderschule dabei, um den Schülern Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln", erklärt Lehrerin Heike Brauer. Felicitas Beutler schließt sich an. Die Pädagogin, die an der Grundschule in
Hohenmölsen-Nord unterrichtet, deckt sich an einem der DRK-Stände mit Informationsmaterialien ein. "Der Tag ist gut organisiert, lobt sie.
Sebastian Bernhardt, Nadine Becker und Lisa Baunack (von links) von der Grundschule Hohenmölsen-Nord verschiedene Angebote des Sport- und Spielmobils aus Naumburg.
(MZ-Foto: Peter Lisker)
Marcus Rauh (25), der an den Berufsbildenden Schulen lernt, testet die Drunk-Buster-Brille. "Damit werden Rauschzustände simuliert, wie durch die Einwirkung von Alkohol die Motorik beeinflusst wird", erläutert Katrin Firmthaler. Nebenan flattern bunte Zettel im Wind. Darauf haben Jugendliche geschrieben, was ihnen in einer Partnerschaft wichtig ist: "Viel gemeinsam erleben", "Harmonie anstreben" und "Zusammen Krisen überwinden" sind nur einige Beispiele. Der Wahlpflichtkurs Soziale Kontakte der Ökowegschule und die DRK-Schwangerenberatungsstelle haben dazu aufgerufen.
Um Spiel, Spaß und Bewegung dreht sich alles beim Kreissportbund, der sich mit dem Spielmobil Burgenland Unterstützung aus Naumburg geholt hat. Kinder und Jugendliche probieren Gleichgewichtsübungen aus: Sie testen ihre Balance dabei auf Rollrädern, üben sich im Stelzenlauf, während andere Mädchen und Jungen beim Zielwerfen mit Bällen und Ringen Schlange stehen. -Qelle: MZ-
Erlebnisse und Informationen zur „Familien-, Gesundheits- und Bildungsmesse“ Ökowegschule Weißenfels
Zufriedene Gesichter bei
und den zahlreichen Gästen.
Weißenfels ( wm) Sehr gut
besucht war die Weißenfelser
„Familien-,Gesundheits-und Bildungsmesse“am vergangenen
Samstag in der Ökowegschule
auf dem Kugelberg der Saale-
stadt.
Schulleiter Falko Schupa und
Ines Prassler, Gleichstellungsbe-
auftragte des Landkreises
Weißenfels, konnten abschließend ein positives Fazit ziehen.Der Tag der offenen Tür der
Ganztagsschule sowie die Familien-, Gesundheits- und Bildungsmesse waren interessant
und vielseitig gestaltet. Während
mit dem neu eingebauten Aufzug
an der Schule schon mal Probe
gefahren werden konnte, zeigten
am Stand des DRK die ehrenamtlichen Mitarbeiter, wie die Erste
Hilfe an Verunglückten richtig
durchgeführt wird.
Die Schüler kümmerten sich
auch um die Versorgung und hatten ein Programm vorbereitet
Auch einen Flohmarkt hatten sie
Aufgebaut, ebenso eine Mal- und
Bastelstrasse. Die Klassen 5 bis 7
Betätigten sich auf dem Fußballfeld sportlich und führten ein
Benefizturnier durch. Zehn Prozent aller Einnahmen des Europatages der Schule wird einem
Verein behinderter Kinder übergeben. An weiteren Ständen gab es Informationen zur beruflichen Bildung und die Möglichkeit, Mitarbeitern von Ausbidungsbetrieben zielgerichtete Fragen zu stellen.
Eine Kombination verschiedener Messen und ein Tag der offenen Tür haben sich bewährt.
Die beiden Hauptorganisatoren möchten sich auf diesem Weg herzlich für das Engagement aller Beteiligten bedanken.
Quelle: Wochenspiegel
"Viel zu groß und viel zu laut"
Zum Girls`Day schnuppern Mädchen und Jungen bei Bundeswehr und in der Kohle
Mehr als 200 Veranstaltungen gab es am gestrigen Girls`Day in Sachsen-Anhalt.
Junge Mädchen erhielten die Chance in mädchenuntypische Berufe hinein zu schnuppern.
Beliebte Adressen waren Bundeswehr und Mibrag.
Von CONSTANZE WEISKE
Und HARTMUT LANDES
Weißenfels/Deuben/MZ. Sichtlich erleichtert springt Nancy Seidel wieder von der Bahre, mit der
sie Bundeswehr-Sanitäter in einen
der Krankentransporter beförderten. „Ich hatte Angst, dass sie mich
fallen lassen“, gibt die Sekundarschülerin zu. Gemeinsam mit 21
Mitschülerinnen ist 15-Jährige
in einem extra angemieteten Bus
aus Landsberg gekommen, um sich
über die medizinischen Berufe am
nach Bundeswehrangaben größten Sanitätsstandort Deutschlands
zu informieren. 65 Mädchen und
18 Jungen lernen beim Zukunftstag für Mädchen, an dem auch
Jungen in vorrangig von Frauen ausgeübten Berufen des sozialen Bereichs hinein schnuppern können,
spielerisch den Soldatenberuf kennen.
"Ohne den Girls´Day wären
wir nie von Landsberg
hierher gekommen."
MARIA WOLF
SEKUNDARSCHÜLERIN
Schon nach der ersten von sieben
Stationen kann Nancy Seidel den
Soldatenberuf für sich ausschließen. "Hier ist alles viel zu laut und
viel zu groß", sagt sie entschieden.
Dann werde sie doch lieber Kindergärtnerin. Ihre Mitschülerin Maria
Wolf hingegen könnte sich eine
Bund-Laufbahn schon eher vorstellen. Interessiert hört die 15-Jährige
zu, was es beim hochheben der
Bahre zu beachten gibt.
Das tolle an der Bundeswehr sei durch die Welt zu reisen, erklärt
Sie. Im Internet hatte sich die
15-Jährige schon informiert. Dass
sie jetzt im Rahmen des Girls´Days
die Möglichkeit erhalte, am Zukunftstag für Mädchen alles einmal
live anzusehen, findet sie richtig
gut. „Ohne den Girls´Day wären
wir nie von Landsberg hierher gekommen“, sagt sie.Nicht alle haben einen so weiten
Weg zur Kaserne. Zu Gast sind
auch Sekundar- und Realschüler
aus Lützen, Teuchern und Weißenfels. 33 weitere Interesierte der
Klassenstufen sieben bis elf kommen aus den Gymnasien in Hohenmölsen und Weißenfels. Konzentriert hat sich die Bundeswehr auf
die 9. und 10. Klassen, denen sie
berufliche Perspektiven aufzeigen
will. „Hier in der Region machen
wir zur Nachwuchsgewinnung
mit“, sagt die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Susann Landgraf.
Von 100 Interessierten beginne ein
Drittel tatsächlich eine Laufbahn beim Bund.Für 20 Schülerinnen und Schüler
aus den Sekundarschulen Reuden
und Lützen beginnt der gestrige
Tag mit einer Fahrt zur Ausbildungsstätte der Mibrag nach Deuben. Dort erwartet sie Ausbildungsmeister Thomas Rödiger, um ihnen
einen Einblick in die Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen zu geben. Die Siebent- und Achtklässler aus Lützen sowie die Neunt- und
Zehntklässler aus Reuden sind
neugierig, auch wenn bei weitem
nicht alle eine Ausbildung bei der
Mitteldeutschen Braunkohlen mbH anstreben. Michelle Del Monego aus Lützen
meint schon nach einer halben
Stunde, nachdem Rödiger das
Unternehmen und Ausbildungsrichtungen vorgestellt hat, sie habe
Interesse an einer Ausbildung zur
Bürokauffrau bei der Mibrag. Deshalb habe sie sich auch für einen
Besuch in diesem Unternehmen
Entschieden.